Meine letzten Tage Unterricht und Exams

Frisch aus dem Urlaub wiedergekommen ging es Anfang des Monats schon direkt in die Endphase des zweiten Terms in der Schule. Im vorletzten Eintrag hatte ich ja schon erwähnt, dass ich ziemlichen Druck hatte, den Stoff für das ganze Schuljahr in diesem Term zu unterrichten. Ich habe täglich statt zwei Unterrichtsstunden vier Unterrichtsstunden in der gleichen Zeit unterrichtet und dafür weniger praktisch gearbeitet, einfacher gesagt nur frontal unterrichtet. Das habe ich sonst eigentlich immer eher vermieden, weil es mich von den anderen Lehrern unterscheidet und den Mädchen natürlich auch nicht so viel Spaß macht. Aber mit dem Zeitdruck, den ich jetzt hatte, ging es leider nicht anders. Letzte Woche standen dann die End-Term-Exams an, die ich für meine Fächer wieder selbst gestellt habe. Meine Schülerinnen waren bei diesen Exams schon viel selbstständiger und konnten die meisten Aufgaben selbst bearbeiten, deshalb waren die Exam-Tage nicht ganz so stressig wie beim letzten Mal. Trotzdem gab es eine Menge zu tun. Die Hausaufgaben in Englisch und Kiswahili wollten trotzdem noch jeden Tag korrigiert werden, gleichzeitig musste ich darauf achten, dass niemand abguckt. Als ich das den Lehrern der höheren Klassen erzählt habe, wurde ich belächelt und mir wurde erzählt, dass die Erstklässler doch noch gar nicht wüssten, wie man abguckt. Jaja, schön wär’s… 

Wie auch sonst haben sich die Noten in Englisch und Kiswahili aus einer schriftlichen Prüfung und einer mündlichen (Vorlesen) im Verhältnis 3:2 zusammengesetzt. Die vorzulesenden Sätze und Wörter werden zunächst auf einem Zettel ausgegeben, damit sich jeder vorbereiten kann. Dann kommen diejenigen, die schon bereit sind, nach vorne und lesen vor, während ich das Vorgelesene abhake oder nochmal nachfrage, wenn etwas falsch ausgesprochen wurde und dann gegebenenfalls ein ‚Falsch‘ geben muss. Für zwei Drittel der Mädchen ist das Vorlesen überhaupt kein Problem. Sie kommen einfach nach vorne, lesen fließend vor und bekommen dann die volle Punktzahl. Für die anderen aber ist es jedes Mal eine Tortur. Sie waren vor der Grundschule wahrscheinlich nicht regelmäßig oder gar nicht in der kostenpflichtigen Nursery-School, in der die ersten Grundkenntnisse in jedem Fach gelehrt werden, so auch das Lesen. Viele dieser Mädchen raten dann beim Lesen einfach, was es für uns noch viel schwieriger macht, herauszufinden, wie viel die Schülerin wirklich allein lesen kann. Das Prüfen der schwächeren Leserinnen kostet uns aufgrund dieser Komplikationen meistens ein paar extra Stunden.

Alles in allem hat die Klasse im zweiten Term ihren Schnitt aber knapp gehalten und wir können zufrieden mit den Mädchen sein. 😊

Nachdem die Prüfungen durch waren, fing aber die eigentliche Arbeit erst an. Unsere neue Schulleiterin hat uns leider nur einen Tag gegeben, bis sie alle Ergebnislisten der Klassen haben wollte. Also mussten wir schnell korrigieren, Noten geben, die Gesamtnoten errechnen, die Listen schreiben und dann die Zeugnisse schreiben. Zwar war es viel zu tun, aber es hat mir auch Spaß gemacht, vor allem, zu sehen, dass sich manche Mädchen um einige Positionen nach oben gekämpft haben.

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Wie macht man eigentlich Chapati?

Heute kommt das Rezept meines Lieblingsgerichts hier in Kenia, Chapati. Das sind flache Fladen aus Weizenmehl, die im Gegensatz zu den indischen Chapati mit sehr viel Öl zubereitet werden und dadurch schwerer (im Sinne von Gewicht UND Nährwerten) sind. Sie lassen sich gut mit Mungbohnen oder einfachen Bohnen, aber auch mit Fleischgerichten kombinieren. Am besten schmecken sie ganz frisch und warm.

Kenianische Chapati

Zutaten:

Mehl

Wasser

viel Öl

Zubereitung:

Zunächst mischt man den Teig an. Dafür mischt man die gewünschte Menge Mehl mit Wasser und einem gut gemeinten Schuss Öl zu einem festen Teig zusammen. Diesen teilt man dann in faustgroße Bälle ein, die man leicht ausrollt und mit Öl einpinselt. Dann schneidet man die Teigkreise halb ein, wickelt sie wie eine Eiswaffel auf dem Finger auf und fixiert das Ende in der Mitte des geformten Kegels. Dann bringt man sie wieder in die Form eines Balls zurück.

Ist dieser Schritt erledigt, rollt man die Teigbälle möglichst kreisförmig circa einen halben Zentimeter dünn aus. In der Zwischenzeit sollte die Pfanne bereits sehr heiß sein. Ich habe Chapati bisher nur auf dem Jiko auf einem Chapatieisen gemacht, das ganz leicht gewölbt ist, aber ich kann mir vorstellen, dass es in einer normalen Pfanne genauso gut geht, solange sie heiß genug ist. Man beginnt nun also damit, den Chapati mit Öl anzubraten. Sobald die erste Seite ganz leicht angebraten ist, wird der Chapati auch schon gewendet. Man kann dann nach Bedarf noch Öl nachgeben, damit er nicht anbrennt. Wenn die zweite Seite goldbraun ist, wird der Chapati wieder auf die erste Seite gewendet, die dann auch goldbraun gebraten wird. Diese Schritte wiederholt man für alle Chapatis, die man hat. Man weiß, dass die Chapatis gut gelungen sind, wenn sie goldbraun und etwas kross sind und man dünne Schichten erkennen kann, die durch das Aufwickeln am Anfang entstehen.

 

Viel Spaß beim Nachmachen! 🙂

Besuch und nochmal Besuch

Hallo zurück auf meinem Blog! 🙂

Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr schmilzt im heißen Deutschland nicht allzu sehr. Bei mir war in den letzten Wochen einiges los, deshalb kann ich mich erst jetzt dazu melden. In der Galerie findet ihr dann wie gewohnt ein paar neue Bilder aus der letzten Zeit. Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

Das größte Ereignis war der Besuch meiner Freundin Hannah, die netterweise entschieden hat, mir auf dem Rückweg aus Argentinien noch einen zweiwöchigen Besuch abzustatten. Hannah ist mit in die Schule gekommen und hat meine Klasse kennengelernt, was mich sehr gefreut hat. Denn ich kann das Schulleben hier auf meinem Blog noch so gut beschreiben, aber selbst da zu sein ist etwas anderes und so weiß ich, dass Hannah mich genau versteht, wenn ich wieder davon berichte. Neben der Schule haben wir uns aber noch ein bisschen was von Kisumu angesehen. So waren wir auf dem Kibuyemarkt, haben am See Hippos angeguckt und Fisch gegessen, den fast echten Barack Obama getroffen, Souvenirs auf dem Massai-Markt geshoppt und Emma und Sabianus besucht und mit ihnen Bhajia zubereitet. Dabei ist mir nochmal aufgefallen, wie schön Kisumu eigentlich ist und dass ich das ganze Leben hier schon sehr vermissen werde. Zwar habe ich noch über einen Monat hier, aber so schnell wie die letzten sechs Monate an mir vorbeigerast sind, ist das ganz schön wenig. Ich kann mir überhaupt nicht mehr vorstellen, in Deutschland zu leben und nicht mehr täglich meine liebenswürdige Klasse zu unterrichten, mich immer wieder über die gleichen Fehler zu ärgern, die gemacht werden, und dabei zuzusehen, wie sich die Mädchen von Tag zu Tag weiterentwickeln.

Mitte Juni waren die Mid-Term Exams geplant und da meine Kollegin Mildred und ich beim letzten mal schmerzlich die Erfahrung machen mussten, dass die gekauften Exam-Bögen mit 50 Fragen pro Fach etwas zu viel verlangt waren, haben wir beschlossen, die Aufgaben selbst zu stellen. Das war vor allem in meinen Fächern (Science, Social Studies und Religion) sehr beruhigend für mich, weil bei den gekauften Bögen oftmals Fragen zu Themen vorhanden sind, wie erst am Ende des Jahres unterrichtet werden sollten. In meinen eigenen Klausuren konnte ich nun die Themen abdecken, die ich auch wirklich unterrichtet habe, und die Fragen so stellen, dass die Mädchen sie mit Sicherheit verstehen. Und siehe da – die Mühe hat sich gelohnt. Meine Schülerinnen haben deutlich besser abgeschnitten als im ersten Term, wenngleich 100% in einem Fach nur von sehr wenigen erreicht wurde. Den Spitzenklassenschnitt hatte Science mit 80%, was mich sehr stolz gemacht hat und mir zeigt, dass die Mühe der Wochen davor sich gelohnt hat.

Nachdem Hannah gegangen war, waren für mich erstmal Unibewerbungen dran, irgendwie muss das Leben in Deutschland ja weitergehen… 😀 Außerdem haben wir den Unterricht wieder normal aufgenommen, denn die Exams haben sich ziemlich in die Länge gezogen, da wir täglich nur ein bis zwei Fächer geschafft haben, dann alles korrigieren mussten und in den Tagen darauf intensiv die Themen wiederholt haben, bei denen die ganze Klasse viele Fehler gemacht hat. Dadurch, dass für die Exams viel Zeit draufgegangen ist und dadurch, dass es wahrscheinlich keinen richtigen dritten Term durch die Präsidentschaftswahlen geben wird, habe ich ordentlichen Druck, den Stoff zu schaffen. Was in einer ersten Klasse sehr traurig klingt, ist aber leider Wahrheit. Die Mädchen haben zwar täglich zwei große Pausen, aber die Fächer Kunst, Sport und Muttersprache (Luo) fallen aus Zeitgründen komplett weg, was ich sehr schade finde, weil ich auch gern mehr kreativ und sportlich mit den Mädchen gearbeitet hätte. Nun muss ich es aber schaffen, den Stoff im nächsten Monat komplett zu unterrichten, sodass dann im dritten Term, sofern in der Zeit überhaupt Unterricht stattfindet, nur noch wiederholt werden muss. Noch weiß ich nicht, wie genau ich das schaffen soll, aber es wird bestimmt einen Weg geben.

Unserem Schulgarten geht es im Moment übrigens nur so halb gut. Die Kürbispflanzen wurden geklaut und die anderen Pflanzen haben etwas unter der Dürre gelitten. In Kisumu werden nämlich gerade die Wasserrohre neu verlegt, deshalb gibt es in vielen Teilen kein Wasser, so auch bei uns zuhause. Das führt leider dazu, dass das Wasser, das sonst von der Schule gekauft wird, teurer ist als sonst. Der Garten wurde nun seit ein paar Wochen nicht mehr gegossen und es regnet nur ab und zu mal.

Gestern hat unser Koch wohlwollend mal Spaghetti gekocht, vermutlich mit der Absicht, etwas Abwechslung in unseren Essensplan zu bringen. Das Ergebnis war, dass die Pfarrer alle zusammen außerhalb Ugali gegessen haben. Mir ist es schon öfter begegnet, dass viele Menschen hier, besonders Männer, eine Mahlzeit, die kein Ugali beinhaltet, nicht als vollwertige Mahlzeit anerkennen, sondern eher als Snack. Ich habe schon ab und zu gehört, dass man ja unendlich viel Reis essen könne, weil der ja sowieso nicht sättigt. Wenn der Hunger also wirklich groß ist, und das ist bei den Pfarrern so gut wie jeden Abend der Fall, dann kann nur Ugali wirklich helfen. 😀

In einer Stunde mache ich mich auf den Weg nach Nairobi, weil ich dort meinen Freund vom Flughafen abhole. Wir haben vor, eine Safari zu machen und an die Küste zu fahren. Danach kommen wir nach Kisumu und gehen zusammen in die Schule, sonst würde ich auch zu viele Stunden verpassen. Ich hätte niemals erwartet, während meines Freiwilligendienstes vier mal besucht zu werden, aber es freut mich sehr, weil ich viele meiner Erfahrungen dadurch nicht allein gemacht habe.

 

Bis zum nächsten Eintrag! 🙂

Unser Schulgarten 🌱

Letzte Woche habe ich mit einigen Achtklässlerinnen begonnen, den bereits bestehenden Schulgarten (shamba) wieder aufzufüllen. Dafür mussten wir erst den sehr festen trockenen Boden auflockern und wässern. Da es in der Schule nicht immer Wasser gibt, kamen wir damit leider nicht so schnell voran. Dann haben wir nach dem Motto Haraka haraka haina baraka (Eile bringt keinen Segen) jeden Tag ein paar Samen gesät. Nun werden jeden Tag, sofern es Wasser gibt, Sonnenblumen, Radieschen, Gurken und Kürbisse gegossen und einige Sprößlinge gucken schon aus der Erde. Das einzige Problem sind die Wochenenden, an denen wir nicht gießen können. Über das letzte Wochenende sind uns unsere Tomatenpflanzen komplett eingetrocknet, da es nicht geregnet hat. Aber wir lassen und von Rückschlägen nicht einschüchtern und sind gespannt, was in den nächsten Wochen so wächst. Ich werde dann zwischendurch immer mal wieder ein Shamba-Update posten. 👩🏼‍🌾🌱


Wie macht man eigentlich Mandazis?

Gestern morgen bin ich zu Emma und Sabianus gefahren, um mit ihnen gemeinsam Mandazis zuzubereiten. Für meine Mama, die ein großer Mandazi-Fan ist, und vielleicht auch den ein oder anderen von euch schreibe ich das Rezept mal auf. Viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂

Wir haben zwei verschiedene Sorten Mandazi gemacht, deshalb Teig 1 und Teig 2. Wenn ihr aber nicht gerade in Mandazis baden wollt, reicht ein Teig. 😉

 

Mandazis

Zutaten Teig 1:

  1. 1,5 kg Weizenmehl
  2. 1 Esslöffel Trockenhefe
  3. 1 geriebene Zitronenschale
  4. ein paar Prisen Salz
  5. 1/2 Glas pflanzliches Öl
  6. 5 Teelöffel Zucker

Zutaten Teig 2:

  1. 1.5 kg Weizenmehl
  2. Milch
  3. 1 Esslöffel Backpulver
  4. ein paar Prisen Salz
  5. 4 Löffel Butter oder Margarine
  6. 5 Teelöffel Zucker

Zubereitung:

Zunächst mischt man alle trockenen Zutaten zusammen. Dann wird nach und nach Wasser bzw. Milch dazugegeben, bis man einen klebrigen Teig erhält. Der Teig sollte dann ein paar Stunden ruhen.

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Nachdem der Teig etwas aufgegangen ist, teilt man ihn in kleinere Stücke, die man circa einen Zentimeter dick ausrollt.

Dann sticht man mit einem runden Becher Kreise aus. Bei einem Teig haben wir in die Mitte mit einer Flasche noch ein Loch gestochen, sodass wir Donuts bekommen haben. Die ausgestochenen Formen werden danach in heißem Fett von beiden Seiten frittiert, bis sie goldbraun sind.

Fertig! 🙂

 

Mittags hab ich das erste Mal alleine Ugali gemacht und es ist echt ganz gut geworden. Man braucht nur viel Kraft, um den Brei, der sehr schnell zäh wird, sobald man das Pulver ins heiße Wasser  gegeben hat, immer wieder umzustülpen. Um eine große Portion in einer größeren Sufuria (so heißen die Töpfe, die man auf dem Jiko benutzt) zuzubereiten, wäre ich glaub ich zu schwach. Das war das Ergebnis, mit Sukuma Wiki und Rührei.

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In der Galerie findet ihr noch ein paar mehr Bilder.

Bis bald! 🙂

Haare, Haare, Haare

Heute soll es aus gegebenem Anlass mal um Haare und Frisuren gehen. Ich war am Wochenende nämlich bei Jana in Masogo, wo wir uns beide unsere Haare haben machen lassen. Wir haben uns beide für lange klassische Braids entschieden. 

Die meisten Männer tragen eine Glatze, weil es am einfachsten ist. Jüngere Männer haben manchmal auch kurze oder lange Dreadslocks. 

Bei Frauen wird es deutlich interessanter. Einige Frauen tragen ihre Haare einfach natürlich, entweder ganz kurz oder sie haben sie mühevoll lang wachsen lassen, was sehr viel Pflege benötigt, weil ihre natürlichen Haare nicht so schnell wachsen wie unsere europäischen Haare und auch sehr brüchig sind. Deshalb haben mich am Anfang auch viele Frauen gefragt, was ich für Unmengen von Shampoo verwenden muss, damit meine Haare so glatt und glänzend sind. Den Zusammenhang habe ich in dem Moment gar nicht verstanden. 

Langes, gesundes und glattes Haar gilt hier weitreichend als Schönheitsideal. Weil dieses Idealbild mit den natürlichen Voraussetzungen der kenianischen Frauen nur schwer bis gar nicht zu erreichen ist, greifen viele auf den Trick Fake-Hair zurück. Wenn es professionell gemacht wird, sieht es täuschend echt aus. Dafür gibt es mehrere Varianten. 

Zum Beispiel gibt es einfach ganze Perücken, die man aufsetzt, mit allen möglichen Frisuren. Diese werden nicht extra fixiert und vor dem Schlafengehen abgenommen. Außerdem ist es die hygienischste Variante, weil man sich die eigenen Haare waschen kann. Das geht bei den anderen Varianten nicht so gut, weil es die Frisur zerstören würde.

Dann kann man sich die Haare auch noch flechten lassen. Diese Variante ist wohl die vielseitigste. Man kann, wie Jana und ich, offene Rastas in verschiedenen Größen (mit Scheitel oder ohne) wählen, die Menge an künstlichem Haar entscheidet dann, wie voll die Frisur dann am Ende wirkt. Wir finden die offene Variante toll, weil man sie entweder offen oder im Pferdeschwanz oder Dutt tragen kann. Allerdings kann sich die Zöpfe auch schon an der Kopfhaut zu einem fertigen Pferdeschwanz flechten. Eigentlich kann ich gar nicht alles beschreiben, so offen, wie die Möglichkeiten sind. Am Kopf geflochten kann man sich auch zwischen dünnen oder dicken Zöpfen entscheiden (oder dünnen, die im Verlauf des Flechtens dicker werden 😁), Zick-Zick oder wellenförmiges Flechten ist auch möglich. 

Außerdem gibt es die Möglichkeit, die eigenen Haare ganz eng an der Kopfhaut zu flechten und dann künstliche Haarteile einzunähen. Entweder lockig oder glatt, lang oder kurz. Das hat den Vorteil, dass man die Frisur noch variieren kann, weil das Haar ja fest an der Kopfhaut fixiert ist wie natürliches Haar. Farblich stehen einem die Möglichkeiten auch offen. Am beliebtesten ist natürlich schwarz, weil es am natürlichsten aussieht, allerdings mögen viele Frauen auch hellbraun oder blond, Strähnchen oder sogar rot, pink, blau oder gelb. Letztere sind aber nicht so häufig und man sieht es eher bei Kindern. Da sind wir auch schon beim nächsten Punkt. Die Mädchen in unserer Schule müssen ihre Haare immer abrasiert haben, es gibt aber einige Ausnahmen und in den unteren Klassen wird nicht so streng darauf geachtet, solange die Haare ordentlich und eng am Kopf geflochten sind. Künstliche Haare sind nicht erlaubt. Einige Privatschulen haben dafür aber gar keine Regelungen, sodass ich in der Stadt auch manchmal noch sehr junge Mädchen mit langen künstlichen Haaren sehe.

Alles in allem könnt ihr sehen, dass die Möglichkeiten nahezu unendlich sind, so ist jede Frisur auf ihre Art einzigartig. Am Anfang habe ich die Lehrerinnen manchmal nicht direkt wiedergekannt, wenn sie gerade neue Haare hatten, oder ich habe sie verwechselt, wenn ich sie nur von hinten gesehen habe. Haare machen schon echt viel aus.

Der Frisöraufenthalt dauert je nach Frisur zwischen zwei und zwölf (unsere vielen dünnen Zöpfe haben leider wirklich so lange gedauert) Stunden und das Flechten kann ganz schön wehtun, denn es wird unter Zug sehr eng an die Kopfhaut geflochten, damit die Frisur möglichst lange hält. Wenn man sich gut um die Haare kümmert und entsprechende Pflegemittel verwendet, können sie einen ganzen Monat lang halten.




Back to school 

In den Osterferien hatte ich Besuch aus Deutschland und über die Reise muss ich hier glaube ich nicht berichten. Wir hatten auf jeden Fall eine sehr schöne Zeit. ☀️

Außerdem habe ich eine Galerie eingerichtet, die ihr im Menü findet. Dort werden ich auch unabhängig von meinen Beiträgen ab und an mal Bilder hochladen. Viel Spaß beim Ansehen! 📸

In der Regenzeit werden durch das viele Wasser die Termitenhügel zerstört, weshalb diese nicht mehr darin versteckt sind, sondern auf der Erde leicht zu fangen sind. Das machen sich nicht nur die Schülerinnen für einen Pausensnack zum Hobby, sondern man kann zu bestimmten Zeiten, in denen viele Termiten unterwegs sind, überall an den Straßen Menschen sehen, die sie Insekten einsammeln. Zu diesen Zeiten werden die Termiten dann auch auf dem Markt verkauft. Da sie von Natur aus salzig sind, muss man sie nur in der Pfanne rösten, bevor man sie verzehren kann. Das gab es bei uns gestern zum Abendessen. Zuerst war ich geschockt und mir die erste Termite in den Mund zu stecken, war auch echt eine Überwindung, weil ich davor noch nie Insekten gegessen hatte, aber sie sind echt ganz lecker. Kross und salzig. Allerdings konnte ich mich davon nicht sattessen, da war der Respekt und die Angst, mir den Magen zu verderben, doch zu groß. 

Nachdem auch hier in Kenia der 1. Mai als ‚Labour Day‘ nationaler Feiertag war, ging vorgestern wieder die Schule los. Die African Time eingerechnet ging ich später los, sodass ich erst um viertel nach, statt, wie sonst, um viertel vor acht, in der Schule war. Leider immer noch viel zu früh, denn es waren nur die Schulleiterin und einige wenige Schülerinnen schon da. Die anderen Lehrer trudelten so gegen zehn Uhr ein. Die Schülerinnen, die schon da waren, organisierten wir zum Aufräumen und Putzen. Das Schulgelände musste vom Müll befreit werden und die Klassenräume und das Administrationsgebäude mussten erst gefegt und dann gewischt werden. Dann wurden noch die Tische und Stühle wieder ordentlich hingestellt. Als das alles erledigt war, war der Tag auch schon fast um. Nach einer Stunde Freizeit und dem Mittagessen durften die Jüngeren nachhause und die Älteren haben bis nachmittags allein den Stoff wiederholt. Der Tag war also nicht sonderlich spannend, genau genommen hatte ich gar nichts zu tun. 

Gestern war das zum Glück anders. Die Lehrerinnen der Klassen eins, zwei und drei haben bis zum Ende der Woche wieder ein Seminar, deshalb bin ich mit der ersten Klasse alleine. Zunächst gab es eine begrüßende Ansprache durch die Schulleiterinnen, mit der offiziell in den neuen Term gestartet wurde. An diesem Morgens haben wir zuerst alle Schulbücher und Unterrichtsutensilien, die wir über die Ferien im Lehrerzimmer eingeschlossen haben, zurück in den Klassenraum gebracht und alles wieder eingeordnet. Dann haben wir pole pole wieder mit dem Unterricht, indem wir den Stoff aus dem Term wiederholt haben.

Bis bald! ☀️🇰🇪

Wie macht man eigentlich Samosas?

Nicht erschrecken, hier bin ich schon wieder. Ich möchte nur kurz das Rezept für Samosas (Einzahl Samosa) mit Euch teilen, auch damit ich es nicht vergesse! 😉 Heute hat mich nämlich ein Bekannter, den ich durch meine Vorfreiwillige kennengelernt habe, zum Kochen eingeladen.

Kenianische Samosas

Zutaten:

  1. Mehl
  2. Öl
  3. Salz
  4. gekochte Mungbohnen oder Erbsen
  5. Koriander
  6. Tomaten
  7. Zwiebeln
  8. Kleine Chilischoten 
  9. Salz und Pfeffer
  10. Wasser

Zubereitung

Zuerst mixt man Mehl, eine Prise Salz und Wasser zu einem sehr klebrigen Teig zusammen.


Dann rollt man etwa faustgroße Teigbälle kreisförmig und so dünn wie möglich aus.


Diese brät man dann ohne Öl leicht an, sodass sie etwas stabiler werden.


In der Zwischenzeit brät man die bereits gekochten Mungbohnen mit Zwiebeln und Tomaten an und würzt die Mischung nach Belieben.


Dann schneidet man die Teigfladen in der Mitte durch, sodass man einen Halbkreis erhält. Den formt man zu einem Kegel, wobei man die Kanten mit einer Mischung aus Wasser und Mehl zusammenklebt. In diesen füllt man nun die Mungbohnenmischung. Dann klebt man die obere Kante auch zu. Wenn alles richtig gemacht wurde, sollte man jetzt ein dreieckförmiges Samosa haben.


Jetzt müssen die Teigtaschen nur noch 2-3 Minuten von jeder Seite in Pflanzenfett frittiert werden. 



Dazu kann man noch eine Soße zubereiten. Dazu stampft man gehackte Tomaten, Zwiebeln, Koriander und Gewürze.

Und schon sind die Samosas bereit zum Essen! ☺️


Regenzeit

Herzlich Willkommen zurück auf meinem Blog! 😊

Da ich in den letzten Wochen etwas gekränkelt habe und viel zu tun hatte, gibt es erst jetzt (aber immerhin!) den Beitrag über unsere kleine Weltreise und meine letze Zeit hier. Viel Spaß beim Lesen und wenn ihr Fragen habt, fragt! 

Unsere Reise nach Tansania begann am 25. Februar. Abends nahmen wir von Kisumu aus den Nachtbus nach Nairobi, wo wir frühmorgens am 26. ziemlich müde von der schlaflosen Nacht ankamen. Dann stiegen wir nach einer kurzen Stärkung in den Shuttlebus nach Moshi/Tansania, wo das Zwischenseminar stattfinden sollte. Zur Grenze Namanga brauchten wir circa vier Stunden, also waren wir am späten Vormittag da. Mit uns waren noch einige Touristen im Bus, die auch nach Tansania wollten. Im kenianischen Grenzgebäude scheiterte die ganze Aktion leider schon am Ausreisestempel. Die an diesem Grenzübergang für die dreisteste Korruption bekannten Beamten verweigerten uns ganz willkürlich die Ausreise. Nach nervenaufreibenden Diskussionen und völliger Verzweiflung ging es für uns gegen Nachmittag sehr niedergeschlagen zurück nach Nairobi. Vorher mussten wir unser Gepäck aber noch aus Tansania abholen, unser Shuttle war nämlich schon über die Grenze gefahren. Von mehreren bewaffneten Sicherheitsbeamten begleitet liefen wir also 50 Meter nach Tansania und dann mit Gepäck zurück nach Kenia. Dabei kamen wir uns ganz schön wie Schwerverbrecher vor und die genervt im Shuttle auf uns wartenden Touristen waren auch sichtlich verwundert.

In Nairobi kamen wir in der Nacht an (die ‚Nacht‘ beginnt mit der Dunkelheit, also ist es ab circa sieben Uhr Nacht). Erst hatten wir geplant, die Nacht noch in Nairobi zu verbringen, um dann am nächsten Morgen, wohin auch immer, neu aufzubrechen. Während wir uns aber durch die riesige, unüberschaubare Busstation kämpften, brachte uns jemand, dem wir von unserem Problem erzählt hatten, auf die Idee, über Nacht nach Voi zu fahren, damit wir gegen Mittag an der Grenze Taita/Taveta ankommen und eventuell noch die ganze Strecke nach Moshi schaffen (womit wir pünktlich zum Seminarbeginn dagewesen wären). Unsere Hoffnung war zum Glück stärker als die Müdigkeit und das Wissen, noch eine Nacht keinen Schlaf zu bekommen, also buchten wir schnell die Tickets nach Voi und setzten uns danach in ein Hotel (so nennt man kleine Imbisse, in denen man frühstücken und snacken, aber nicht schlafen kann). Um halb elf startete dann der Bus zum Ort Voi, der sich zwischen den Nationalparks Tsavo West und Tsavo Ost befindet. Noch sehr viel übermüdeter kamen wir dort vor Anbruch des neuen Tages an, weshalb wir uns in ein kleines Hotel direkt an der Busstation setzten. Nachdem ich einen Tee getrunken hatte, schlief ich für zwei Stunden fest auf dem Tisch ein, im Nachhinein schäme ich mich ein bisschen für meine Unhöflichkeit… Aber es hat gut getan!

Morgens ging es dann auf zur Grenze Taita/Taveta. Die Fahrt durch die Nationalparks war zum einen landschaftlich wunderschön, zum anderen hatten wir aber auch das Glück, Zebras und sogar eine Elefantenfamilie an einem Wasserloch bestaunen zu dürfen. Fast wie eine kleine Safari. 🐘 Und das Glück sollte uns wohl noch weiter begleiten, denn an dieser Grenze hatten wir keine Probleme und waren schneller als gedacht in Tansania. Sogar pünktlich zum Abendessen waren wir in Moshi, direkt am ‚Dach Afrikas‘, dem Kilimandscharo. Das Seminar ging fünf Tage lang und war sehr schön und bereichernd. Besonders spannend war es, von den Erfahrungen der anderen zu hören. Es waren alle Kolpingfreiwilligen aus Ostafrika (Kenia, Malawi, Tansania und Uganda) da, die liebe Fachreferentin Judith von Kolping, die ein offenes Ohr für jeden von uns hatte, und drei Mentoren, von denen einer Janas Gastvater aus Masogo war und zwei Projektpartner aus Tansania. Wir haben viel unsere eigene durchlebte Zeit reflektiert, es gab wie schon auf dem Vorbereitungsseminar schon Einheiten zum Lösen von Konflikten und Rassismus/Weiß-Sein und Zeit für neue Motivation, neue Anregungen, mit der wir in die zweite Hälfte des Freiwilligendienstes starten konnten. Besonders die Rassismus/Being-White-Einheit hat mir persönlich viel gebracht. Wir haben wiederholt, dass wir als Weiße aufgrund der historischen Gegebenheiten und der Tatsache, dass wir immer noch aus einem weiter entwickelten Land kommen, bessere Bildung genossen haben, wir nie um unsere Sicherheit fürchten mussten und unsere Geundversorgung immer gesichert war, ist und sein wird, keinen Rassismus und keine ethnische Diskriminierung erleben können. Trotzdem werde ich im Alltag situationsbedingt aufgrund meiner Hautfarbe benachteiligt, zum Beispiel wenn ich im Bus den doppelten Preis zahlen muss, wenn mir jemand Mzungu hinterherruft oder wenn jemand einfach so meine Haut oder meine Haare anfässt, ohne zu fragen. Das alles sind Situationen, die mich ungemein nerven und die ich mal mehr, mal weniger gut wegstecken kann. Ein bisschen schmerzlich ist es schon, dass ich, selbst wenn ich noch zehn Jahre hierbleibe, immer fremd bleiben werde, und das nur wegen meiner Hautfarbe. Seit dem Seminar stören mich diese Situation jedenfalls weniger als vorher. Letztendlich sind aber auch genau diese die Erfahrungen, wegen der ich hier bin. Es ist der kulturelle Austausch, für den ich das mache. Und mal abgesehen davon, dass sowieso ich diejenige bin, die am meisten von dem Programm profitiert, weil das, was ich hier erreiche, verschwindend gering ist im Vergleich zu dem, was es mit mir macht, kann ich trotzdem kleine Veränderungen erreichen. In der Schule würde zum Beispiel keines der Mädchen auf die Idee kommen, mich Mzungu zu nennen, sie wissen, dass ich ihnen nicht alle Fragen beantworten kann (dass Weiße also wider Glauben nicht Experten für alles sind), dass auch ich manchmal einen schlechten Tag habe und dass mein Blut rot und nicht blau ist (obwohl meine Adern blau aussehen). Sie wissen alles in allem, dass nicht alle Klischees über Weiße stimmen und das macht sie mit Sicherheit auch im Allgemeinen offener gegenüber anderen Kulturen.

Kilimandscharo
Kilimandscharo-Bier
Alle Ostafrika-Freiwilligen, Judith und die Mentoren

Das Seminar endete an einem Freitag mit einer Abschlussparty im Club Black Diamond in Moshi. Leider konnten wir nicht allzu lange bleiben, weil es am nächsten Morgen um 6.30 Uhr los in Richtung Malawi ging. Ja richtig, Malawi. Eigentlich die falsche Richtung, aber dennoch die richtige (ich hoffe, ihr könnt euch denken, was ich meine). Ich sage jetzt einfach mal, wir wollten andere Freiwillige besuchen. Zur besagten Zeit nahmen wir (Jana, Markus, Raika und Nora, Elli und Marius aus Malawi) einen Bus nach Mbeya, eine Stadt im südlichen Tansania. Leider kann ich mich nicht mehr an die genauen Stundenzahlen erinnern, aber wir waren erst am nächsten Tag um die Mittagszeit da, Tansania ist so riesig! Dann haben wir noch einen Bus zur Grenze genommen. Dort lief glücklicherweise alles ganz entspannt ab. Wir füllten die Visa-Anträge aus, warteten ein wenig und bekamen die Stempel. Dann ging es weiter nach Chilumba, wo Nora und Elli, am nördlichsten von allen Malawi-Freiwilligen, wohnen. Die beiden leben in einem eigenen Haus, wunderschön inmitten eines Maisfelds. Wir waren drei Tage bei Ihnen und haben auch Raikas Geburstag dort verbracht. Gefeiert haben wir am Thundizi Beach am Malawisee, wo es Soda, Kekse und leckeres Essen gab. 

Irgendwo in Tansania

Irgendwo in Malawi

Wassermelonen

Am nächsten Tag fuhren wir nach Nkhatabay, den Ort haben uns die anderen Freiwilligen empfohlen, weil es so schön sein sollte. Dazu sind wir zuerst in die größere Stadt Mzuzu gefahren und von dort aus nach Nkhatabay. Da waren wir zwei Tage und haben die Sonne und das Schwimmen im glasklaren Wasser genossen, bis die lange Rückreise losging. 

Auf dem Weg nach Nkhatabay



Am Freitag, den 11. März sind wir los nach Mzuzu gefahren, wo wir im ‚Mzoozoozoo-Backpackers‘ Wizard spielend auf unseren Nachtbus nach Mbeya gewartet haben. Zufälligerweise haben wir dort noch Lars und Jasper getroffen, zwei Kolpingfreiwillige, die auf dem Heimweg in ihr Projekt waren. In Mbeya kamen wir dann am Samstagmittag an. Wir hatten schon geplant, dort eine Nacht zu pausieren und so könnten wir uns super etwas ausruhen. Raika und ich haben nachmittags noch in einem kleinen Hotel Pilau, Fleisch und Spinat gegessen.


Nach einer kurzen Nacht ging es sonntagmorgens um 6 Uhr nach Mwanza im Nordwesten Tansanias am Viktoriasee, wo wir mitten in der Nacht zu Montag ankamen. Als es hell wurde, nahmen wir einen Bus an die westlichste Grenze zu Kenia, Isebania. Gottseidank gab es dort für uns das kenianische Visum, um das wir so besorgt waren. Bis nach Kisumu waren wir dann noch den ganzen Tag unterwegs, sind aber zum Glück noch vor Anbruch der Dunkelheit angekommen. 

Endlich wieder in Kenia!

Nach einem Ruhetag bin ich dann am Mittwoch wieder zur Schule gegangen, wo sich meine Klasse fast so sehr wie ich über meine Rückkehr gefreut hat, es war wirklich ein sehr schönes Wiedersehen. 😊 

Die Schultage laufen meist ähnlich ab. Nach der Assembly oder dem Lehrermeeting morgens beginnt Mildred mit den Fächern Englisch, Mathe und Kiswahili. Währenddessen sammle ich Essensgeld ein, korrigiere die Hausaufgaben in Englisch, Mathe und Kiswahili (nur, wenn ich es selbst auch verstehe 😄). Dann gibt es eine große Pause, in der ich mit der Klasse und auch anderen Mädchen, die gerade Pause oder keinen Unterricht haben, Sport mache oder Spiele spiele. Danach unterrichte ich dann noch ein bis zwei meiner Fächer, je nachdem wie viel Zeit ich benötige. Um 12.40 Uhr gibt es Mittagessen, wofür ich immer nachhause gehe. Die meisten der Erstklässlerinnen werden nach dem Essen abgeholt, aber fünf bis zehn bleiben bis halb vier, dafür zahlen die Eltern Betreuungsgeld. In der Zeit habe ich Gelegenheit, individueller auf jede einzelne einzugehen. Wir wiederholen dann das Gelernte vom Morgen und üben das, was noch nicht so gut klappt.

Eine Woche nach meiner Wiederankunft starteten wir dann auch schon mit den End-Term-Exams. Für unsere Mädels waren es die ersten Prüfungen. Leider waren es trotzdem die standardmäßigen Exampaper für jedes Fach, die von außerhalb gekauft wurden. In Englisch und Kiswahili gab es eine schriftliche Prüfung von 30 Fragen/Aufgaben und eine mündliche Prüfung, in der kürzere Wörter und Sätze richtig vorgelesen werden mussten. Darin haben sich die meisten ganz gut geschlagen. Große Probleme gab es allerdings in den übrigen Fächern, in denen es jeweils 50 Fragen mit drei Antwortmöglichkeiten gab. Das war für die gerade erst Eingeschulten natürlich die totale Überforderung, sodass wir die Fragen und Antwortmöglichkeiten immer vorgelesen haben und sie dann die richtige Antwort unterstreichen haben lassen. Das ist definitiv nicht super gelaufen, aber es wären auch nur wenige durchgefallen, wenn wir es streng sehen würden. Ein Sitzenbleiben kann aber auch nur von den Eltern gefördert werden und das machen die wenigsten, weil es ja auch mit einem Jahr mehr Schulgebühren zahlen verbunden ist.

Power-Nap

In der letzten Woche war ich dann gut beschäftigt mit den Korrekturen, dem Anfertigen der Ergebnistabellen und den Einträgen in die Report Books (Zeugnishefte). Es war aber auch noch Zeit für Steckbriefe für die Klasse. Die Idee ist mir auf dem Zwischenseminar gekommen und so habe ich Fotos von allen Mädchen geknipst und wir haben die Steckbriefe gebastelt und im Klassenraum aufgehängt. 


An diesem Donnerstag war dann der Closing Day. Nach dem Mittagessen haben sich alle Schülerinnen und Lehrer draußen versammelt. Es gab ein paar abschließende Gebete und Lieder und ich wurde spontan zu einer Rede aufgerufen, die mir aber glaube ich trotzdem ganz gut gelungen ist. Dann wurden die Top 3 aus jedem Jahrgang nach vorne gerufen und es wurde für sie applaudiert. Nach der offiziellen Entlassung durch die Schulleiterin gab es in den Klassen die Zeugnishefte und, zumindest für meine Klasse, eine ordentliche Belohnung für die gute Arbeit in Form von Keksen und Bonbons.

Mit den Wochen ist ganz schleichend die große Regenzeit gekommen. Meist schüttet es alle paar Tage abends und nachts wie aus Eimern, dann sind die Straßen und vor allem unsere Auffahrt überschwemmt. Am nächsten Morgen ist es aber immer schon wegggetrocknet und mittags wird es trotzdem sehr heiß.

Unsere Auffahrt

Gerade komme ich aus Nyang’oma, wo wir gestern Markus Geburtstag mit köstlichen bayrischen Knödeln und deutschem Speck gefeiert haben. 


Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und ihr den Frühling in Deutschland genießt! Bis zum nächsten Mal! ☺️🌸

Mandazi und Chai


Hallo! 

Während ich gerade dabei bin, Chai zu trinken, Mandazi zu essen und die End-Term-Exams (!! Die Zeit vergeht so schnell…) zu korrigieren, möchte ich mich nur mal kurz melden. Nachdem die Seminar-und-zurück-Reiserei doch mehr Stress und Zeit gefordert hat, als wir es uns erhofft hatten, sind wir nun umso glücklicher, wieder zurück in unseren Projekten zu sein. Wirklich berichten möchte ich im nächsten Eintrag. Leider bin ich bis jetzt noch nicht dazu gekommen, denn  zwei Berichte für meine Organisation warten auch noch darauf, geschrieben zu werden, und durch die Exams in der Schule habe ich im Moment wirklich nicht so viel Zeit.

Pole sana dafür und bis bald! 👋🏼